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RANDI e. V.
Partnerschaft mit indischen Dalits

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Das Bala-Bata-Netzwerk und die BEST-Clubs

Geschrieben von Margit am . Veröffentlicht in Reise 2020

Die BEST-Clubs sind die Garantie dafür, dass Bala Bata langfristig wirkt

03BEST Club“BEST” steht für „Bala Bata Empowered Students“. In den BEST-Clubs organisieren sich ehemalige Bala-Bata-Kinder, Betreuer*innen von Bala-Batas (DOs), regionale Koordinator*innen (ACOs/RCOs), Jugendliche in Internaten und Colleges. Darüber hinaus engagieren sich auch junge Menschen, die bereits im Beruf stehen und alle, die die Bala-Bata-Bewegung unterstützen wollen. Mit der Verbreitung der Bala Batas und den BEST-Clubs entstand ein Netzwerk, das sich auch jetzt während der Corona-Katastrophe bewährt.

Xaver Huber hat bei seinem Besuch im Februar 2020 viel über die Arbeit der BEST-Clubs erfahren. Ratnam, einer der ersten Wegbegleiter von Dr. P. Ranjan Babu ist mit dabei. Er übersetzt und kann durch seine langjährige Erfahrung viele Hintergrundinformationen beitragen.

In einer Runde mit DOs fragt Xaver Huber: „Gibt es einen BEST-Club im Dorf? Wie kann der BEST-Club den Bala Batas helfen?“ Die meisten DOs bestätigten, dass es in ihrem Dorf einen BEST-Club gibt und sie berichteten über das Engagement der Mitglieder.

01BEST ClubSuneel*[1]: „Ein Mitglied des BEST-Clubs übernimmt die Arbeit des DO, wenn dieser verhindert ist.“

Sunitha ist bereits seit 8 Jahren DO und seit 3 Jahren Mitglied im BEST-Club. Sie kümmerte sich um die Reparatur der Straßenbeleuchtung. Sie half den Dorfbewohnern, indem sie ihnen erklärte, welche staatlichen Hilfsprogramme es für sie gibt. Sie brachte einigen Analphabeten das Schreiben bei.

Alleinstehende Frauen und Witwen brauchen Hilfe

Ravi ist seit 2014 DO und hat inzwischen seinen Masterstudiengang beendet. Seit 2 Jahren ist er Mitglied im BEST-Club. Er unterstützt die Menschen in seinem Dorf, z.B. bei Behördenangelegenheiten. Besonders alleinstehende Frauen brauchen Hilfe. Ravi berichtet: „Sultana ist eine Witwe aus unserem Dorf. Seit 18 Jahren bekommt sie keine Rente. Sie hat nicht gewusst, an wen sie sich wenden soll. Sie hat mir erzählt, dass sie die Sterbeurkunde ihres Mannes bräuchte, aber die hatte sie nicht. Sie wusste auch nicht, wo sie die bekommen kann. Ich habe sie gefragt in welchem Dorf ihr Mann geboren ist. Dort habe ich die Sterbeurkunde erhalten. Dann habe ich die Rente für Sultana beantragt. Sechs Monate später hat sie ihre Rente erhalten. Vorher hatte sie sich an verschiedene offizielle Stellen gewandt, auch an den Dorfvorsteher, aber niemand hat ihr geholfen.“

Ratnam: „Nur der DO aus dem BEST-Club fühlte sich verantwortlich. Das macht den BEST-Club aus.“ Und er fragt nach: „Wie drückt die Witwe nun ihre Freude aus?“

Ravi: „Sie hat ein Hühnchen gekocht und mich zum Essen eingeladen."

Ratnam ergänzt aus seiner eigenen Erfahrung: „Bei älteren Leuten, die lange in der Landwirtschaft gearbeitet haben, verschwinden häufig die Fingerabdrücke. Das kann dann ein großes Problem sein, denn ohne Fingerabdrücke gibt es keine Rente und auch keine vergünstigten Lebensmittel. Ich habe selbst einmal von einer Witwe erfahren, die aus diesem Grund keine Rente bekam und habe bei den zuständigen Behörden nachgefragt, was man tun kann. Es wurde ein Iris-Scan gemacht. Sie bekommt jetzt monatlich 2.000 Rupien (ca. € 25,-). Zusätzlich erhält sie 25 kg Reis im Monat.

Viele ältere Frauen arbeiten auf den Feldern, um ein wenig Geld zu verdienen. Aber irgendwann geht das nicht mehr. Wenn sie keine Angehörigen mehr haben, sind sie zu 100% von der Rente abhängig. Ohne Rente und ohne Reis haben sie nichts zu essen. Letzten Monat stand in der Zeitung, dass ein Ehepaar die Reis-Ration aus dem gerade dargelegten Grund nicht erhalten hat. Beide waren schon sehr alt. Die Journalisten hatten ermittelt, dass sie verhungert sind. Morgens starb die Frau und nachmittags ihr Mann. Diese Dinge passieren. Um das zu verhindern, werden die BEST-Clubs aktiv.

Warum hat sonst niemand aus dem Dorf dem Ehepaar geholfen? Die Dorfbewohner wissen gar nicht, wie sie helfen könnten. Der Dorfvorsteher und die politischen Führer haben andere Interessen. Sie kümmern sich nicht um das Wohlergehen der Leute. Aber die BEST-Club-Mitglieder setzen sich ein“.

02BEST ClubXaver Huber: „Die BEST-Clubs sind die Garantie dafür, dass Bala Bata auch langfristig wirkt. Das Engagement endet nicht mit abgeschlossener Schulbildung. Schon die Bala-Bata-Kinder lernen, sich füreinander und für die Gemeinschaft  einzusetzen. Soziales Engagement wird aktiv gefördert.

In den CARDS-Schulungen lernen die DOs, sich mit Problemen zu befassen und sie diskutieren Problemlösungen. In ihren Dörfern ergreifen sie dann die Initiative und haben erstaunliche Erfolge. Sie setzen z.B. durch, dass die Stromversorgung sichergestellt wird, dass Wasserleitungen und Straßen repariert werden und tragen so zur Entwicklung des ganzen Dorfes bei.“

Bericht Xaver Huber + Margit Nitsche

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