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RANDI e. V.
Partnerschaft mit indischen Dalits

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Auswertung des Spargruppenprogramms der "Vision 2020"

Geschrieben von Margit am . Veröffentlicht in Vision2020

2010 wurde ein Bericht erarbeitet, der den Verlauf und die Ergebnisse des Programms aufzeichnet. Darin werden der beachtliche Erfolg und der enorme Entwicklungsschub deutlich, den die Frauen der Spargruppen innerhalb der kurzen Zeit von vier Jahren erreichten. CARDS dankt dem Verein für die Unterstützung und beschreibt die gesteckten und die bis 2010 erreichten Ziele des gesamten „Vision 2020“-Programms. Dabei wird der Erfolg deutlich, mit dem die verschiedenen CARDS-Projekte zusammenwirken. In vielen Bereichen konnten auch staatliche Programme genutzt werden.

Zusammenfassung der Ziele und Ergebnisse

Ziel: 100.000 Jungen werden aus der Kinderarbeit geführt und 100.000 Mädchen werden dazu ermutigt in die Schule zu gehen.

Bis 2010 haben 306.680 Dalit-Kinder eine Grundschulausbildung erhalten und mehr als 8.063 Kinder wurden in staatliche Internate zugelassen.

Ziel: 100.000 Dalit-Frauen werden in die Lage versetzt, an Einkommen schaffenden Maßnahmen teilzunehmen.

Es wurden 896 Spargruppen gegründet. Für die Kinder wurden Bala-Bata-Nachhilfeschulen eingerichtet.

Ziel: 7.000 Erwachsenen-Bildungszentren werden organisiert, um 100.000 Analphabeten zu alphabetisieren.

2009 hat CARDS mit der Einrichtung der Erwachsenen-Bildungszentren begonnen. Der indische Staat hat diese Idee aufgegriffen und hat die Organisation der Zentren übernommen. CARDS unterstützt die Arbeit der Zentren mit dem regelmäßigen Besuch ihrer Kulturgruppen.

Ziel: Gesundheits-Vorsorge für 424.000 Dalits durch Kräutermedizin zur Verfügung stellen.

Schon immer hat CARDS mit der Hilfe der College-StudentInnen Gesundheits-Camps in den Dalit-Dörfern durchgeführt. Heute wird die Arbeit von CARDS auch von staatlichen Programmen unterstützt, die den Dalits den Besuch eines Arztes oder eines Krankenhauses erleichtern sollen. Es gibt mittlerweile Krankenwagen, die in die Dalitdörfer fahren und die Kranken kostenlos versorgen.

Ziel: 80.000 Dalit-Familien werden zum Umweltschutz angeleitet, z.B. mit Baumpflanzungen, dem Bau von Biogas-Anlagen, Toiletten und raucharmen Öfen.

Die indische Regierung hat eine Gesellschaft für Energiegewinnung gegründet, die für Menschen unter der Armutsgrenze raucharme Öfen und auch Toiletten baut. Das Programm wird nach und nach in allen Dörfern durchgeführt.

Ziel: Jeder an der „Vision 2020“ beteiligten Dalit-Familie wird gesunde Nahrung durch den Anbau von frischem Gemüse in 84.840 Küchengärten zur Verfügung zu stellen.

CARDS ermutigt die ca. 100.000 Väter und Mütter der Bala-Bata-Kinder Küchengärten anzulegen und die Erträge für die Familie zu nutzen. Die Früchte der Küchengärten ergänzen die oft vitaminarme Nahrung der Dalits. Die Regierung hat das Programm Creche für Dalit-Kinder zwischen null und sechs Jahren eingeführt. In den Creches werden sie mit gesunder Nahrung versorgt. CARDS beteiligt sich ebenfalls an diesem Programm.

Ziel: Es werden 700 Kulturgruppen, bestehend aus insgesamt 7.000 Frauen gegründet, um in ca. 4.000 Dörfern Aufklärung zu sozialen und kulturellen Belangen durchzuführen.

Jedes Jahr bildet CARDS ca. 700 StudentInnen in Kultur-Programmen aus. Sie zeigen bei ihren Auftritten Themen, die z.B. die Situation er Dalits betreffen oder die Entwicklungsprogramm-Angebote der Regierung.

Ziel: Förderung von 800 Kooperativen, die die täglich benötigten Lebensmittel verkaufen.

Mit den Dalit-Mahila-Supermarkets (Dalit-Frauen-Supermärkte) hat CARDS Lebensmittel-Kooperativen gegründet. Die Frauen konnten durch gemeinsamen Einkauf größerer Mengen Geld sparen. Inzwischen hat die Regierung ein ähnliches Programm gestartet und bietet in sogenannten „Fair Price Shops“ Reis für 2 IR pro Kilo, Öl zum Kochen, Zucker, Mehl und Hülsenfrüchte zu einem subventionierten Preis für Bedürftige an.

Ziel: 84.840 Dalit-Familienwerden in kommunale Versicherungssysteme integriert.

Die indische Regierung hat mittlerweile ein Programm gestartet, um 12,5 Mio. Frauen, die in Spargruppen aktiv sind, zu unterstützen.
Dieses Programm ist in drei Teile geteilt:

  1. Die Frauen erhalten eine Lebensversicherung im Wert von 30.000 IR und eine Unfallversicherung im Wert von 75.000 IR
  2. Die Frauen, die über 60 Jahre alt sind, erhalten eine Pension in Höhe von 500-2.200 IR pro Monat.
  3. Kinder, die die 9. bis 12. Klasse besuchen, bekommen jedes Jahr ein Stipendium in Höhe von 1.200 IR.

Um diese Vorteile zu erhalten, zahlen die Frauen 1 IR am Tag in ihr Spargruppen-Konto ein und jeweils 1 IR legt der Staat dazu. Mit diesem Geld wird das oben genannte Programm finanziert.

Fortbildungen im Rahmen des Spargruppenprogramms zur Entwicklung der Kompetenzen

Anzahl der Frauen die an den einzelnen Trainings teilgenommen haben.

1.440         Health training (Gesundheits-Fortbildung)
1.152         MACTS training (Schulung für Vertreterinnen in den MACTS = Thriftgruppen-Dachverband)
3.840         D.O’s Training (Fortbildung für Bala-Bata-Lehrer/innen)
3.024         Meeting of SHGs (Treffen der Selbsthilfegruppen)
2.160         Vocational Training (Berufliche Schulungen)
3.840         Bala Bata teaching training (Bala-Bata Unterrichtstraining)
1.344         CEO’s Meeting (Treffen der MACTs-GeschäftsführerInnen)
   768         Entrepreneur ship training (Schulung zur Existenzgründung)
   576         Accounts training (Fortbildung Buchhaltung)
   720         Clean & Green (Aktion “Sauber und Grün“)
   440         Awareness meeting on Thrift (Spargruppen Informationstreffen)
   576         Thrift societies meeting (Spargruppen Gemeinschaftstreffen)
   640         Herbal Training (Fortbildung Kräutermedizin)
3.200         Rally on Thrift (Demonstrationen)
   620         Workshop on SHG (Workshop für die Selbsthilfegruppen)
   384         Thrift Accounts Training (Fortbildung Buchhaltung)
   576         Thrift Coordinators Training (Fortbildung für Thriftgruppen KoordinatorInnen)

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Wie funktioniert eine Spargruppe ?

Geschrieben von Margit am . Veröffentlicht in Vision2020

Um einen Kredit zu erhalten, mussten die Frauen Mitglied einer Spargruppe werden und zuerst aus eigener Kraft, eine bestimmte Summe ansparen. Eine Spargruppe (Thriftgroup) setzt sich aus 15-20 Frauen zusammen, die monatlich je 20-30 Rupien sparen. Von der angesparten Summe wird einer Frau, die von der Gruppe ausgewählt wird, ein Kredit bereitgestellt. Dieser Kredit ist innerhalb von 10 Monaten mit 2% Zins pro Monat zurückzuzahlen. Diese Zinsen verbleiben innerhalb der Spargruppe.

Rechenbeispiel: 20 Frauen sparen je 30 Rupien pro Monat
1. Monat: 600 Rs. Sparsumme. Eine Frau kann einen Kredit von 600 Rs. nehmen
2. Monat: 600 Rs. Sparsumme + Kreditrückzahlung von 60 Rs. + Zinsen 12 Rupien. Es steht ein Kredit von 672 Rs. zur Verfügung.
3. Monat: 672 Rs. Sparsumme + 60 Rs. + 10,8 Rs. (1. Kredit + Zinsen von restlichen 540 Rs.) + 67,2 Rs. + 13,4 Rs. (2. Kredit + Zins). Es steht ein Kredit von 823,4 Rs. zur Verfügung.

Durch dieses kontinuierliche Sparen und die Kreditrückzahlung + Zinsen steht der Gruppe ein immer größerer Betrag zur Verfügung. Jede Frau hat ein Sparbuch, in das sie einträgt wann und wie viel sie gespart hat und die Summe ihres Guthabens. Die Gruppe wählt eine Präsidentin und eine Stellvertreterin, die das Geld einsammeln und verwalten. Sie notieren die Höhe der einzelnen Kredite, wofür der Kredit genutzt wird und die Summe der Rückzahlungen. Außerdem berufen sie die monatlichen Versammlungen ein. Die Gruppen verwalten sich selbst, bekommen aber die Unterstützung von CARDS bei Schwierigkeiten und werden regelmäßig von CARDS-Mitarbeitern/innen besucht.

Die Präsidentinnen und Stellvertreterinnen erhalten ein zusätzliches Training in Kontoführung und über ihre Aufgaben.Größere Kredite können bei CARDS oder staatlichen Organen beantragt werden. Die Zinsen hierfür betragen monatlich 1%.

Praktisches Beispiel - eine Wasserbüffelkuh als Hoffnungsträger

Der Preis für eine Milchkuh beträgt 100 €. Für ihren Kredit kann sich eine Frau eine Wasserbüffelkuh kaufen - eine Anschaffung, die die Situation der Frau und ihrer Familie von Grund auf ändert.

Es bedeutet für die Familie:

  • gesündere Ernährung durch die Milch. Für viele Dalit-Familien bisher ein unerschwinglicher Luxus.
  • Einkommen durch den Verkauf eines Teils der Milch
  • weitere Einkommensmöglichkeiten durch Aufzucht eines Kalbs
  • die Kinder müssen nicht mehr arbeiten, sondern können zur Schule gehen

Der Erwerb einer Wasserbüffelkuh ist somit ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Familieneinkommens. Der Milchverkauf macht es möglich, den Kredit (+ 2 % Zins monatlich) in 10 Monatsraten zurückzuzahlen. Nach 10 Monaten kann der Betrag von 100 € an eine andere Frau weitergegeben werden.

2020 Dalitfrauen erhalten je einen Kleinkredit von 100 € zum Kauf einer Milchkuh oder zur Gründung eines anderen Geschäfts, den sie mit 2 % Zins im Monat innerhalb von 10 Monaten zurückzahlen. Nach der Tilgung des Darlehens werden die 100 € an die nächste Frau weitergegeben. Bis zum Jahr 2020 werden an dem sogenannten Income Generating Programm (nachhaltigen Einkommensprogramm) 42.420 Dalitfrauen beteiligt sein.

Durch die Zusammenarbeit der Frauen in den Spargruppen wird das Verständnis und der Einsatz für kommunale Belange und Gemeinschaftsaufgaben gefördert. Die Zinserträge werden z.B. auch zur Förderung der dörflichen Infrastruktur eingesetzt, wie z. B. Gesundheits- und Bildungszentren, Umweltschutzprogramme, Gründung von Jugendgruppen und Lebensmittelkooperativen.

Wer entscheidet über Kreditvergabe ?

Bei Krediten innerhalb der Spargruppe entscheiden die Frauen über die Vergabe. Am Ende des Monats tragen einzelne Frauen ihre Kreditwünsche vor, berichten was sie machen möchten und warum für sie gerade jetzt ein Kredit wichtig ist. Die Gruppe entscheidet dann gemeinsam, welcher Kredit zu diesem Zeitpunkt die größte Dringlichkeit hat und welcher noch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann. Solange der Kredit läuft, dürfen die beiden Bürginnen keinen eigenen Kredit aufnehmen.
CARDS hat hier kein Mitsprache- bzw. Entscheidungsrecht und kann höchstens beratend zur Seite stehen.

Bei der Verteilung von Krediten von CARDS entscheidet das Vertretungsgremium der Spargenossenschaft. Bei der Verteilung der Gelder der "Vision 2020" entscheidet die große Genossenschaft.

Wie wird die Rückzahlung des Kredits sichergestellt ?

Kann eine Frau in einem Monat ihren Kredit nicht abbezahlen, dann müssen dies die beiden Bürginnen übernehmen. Nach Angaben von CARDS geschieht dies aber äußerst selten.

Jede Frau schließt mit ihrem Kredit gleichzeitig eine Art Kreditversicherung ab. Stirbt die Frau während der Kredit noch läuft, wird die Rückzahlung von dieser Versicherung übernommen. Hat die Frau von ihrem Geld eine Büffelkuh gekauft und die Büffelkuh stirbt bevor der Kredit abgezahlt ist, tritt auch die Versicherung ein.

Struktur der Spargruppen - Kooperative - Spargenossenschaft

Ziel der VISION 2020 ist es, die Selbstbestimmung und Selbstorganisation der Thrift-Frauen zu fördern. Dazu wurden die einzelnen Spargruppen vernetzt. Präsidentinnen und Vizepräsidentinnen von 20 Spargruppen bilden eine Kooperative - eine Spargenossenschaft zur gegenseitigen Hilfe. Diese 40 Frauen vertreten die Spargruppen und entscheiden über die Kredite von CARDS.

Die 40 Frauen wählen 9 Frauen in den Vorstand, davon wieder eine Präsidentin und eine Vizepräsidentin. Ihnen wird ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin von CARDS als Geschäftsführer/in zur Seite gestellt.

So eine Spargenossenschaft zur gegenseitigen Hilfe kann eine staatliche Anerkennung beantragen und wird dann staatlich registriert.

30 dieser registrierten Genossenschaften bilden dann mit ihren 90 Vertreter/innen (eine Präsidentin + eine Vizepräsidentin + ein/e Mitarbeiter/in von CARDS je Genossenschaft) eine große Genossenschaft mit ihrerseits Vorstand, Präsidentin, Vizepräsidentin und Geschäftsführer/in)

Die "Vision 2020" und ihre Auswirkungen auf das Dalitdorf

Durch die Zusammenarbeit der Frauen in den Spargruppen wird das Verständnis und der Einsatz für kommunale Belange und Gemeinschaftsaufgaben gefördert. Die Zinserträge werden z.B. auch zur Förderung der dörflichen Infrastruktur eingesetzt, wie z. B. Gesundheits- und Bildungszentren, Umweltschutzprogramme, Gründung von Jugendgruppen und Lebensmittelkooperativen.

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Das Ende des Kleinkreditprogramm bei CARDS

Geschrieben von Margit am . Veröffentlicht in Vision2020

Kleinkredite in Verantwortung der Spargruppen

Nach einem sehr erfolgreichen Start des Spargruppen-Programms berichtete Prof. Dr. P. Ranjan Babu 2004 erstmals von Schwierigkeiten im Kleinkreditprogramm. Finanzinstitute und auch viele unseriöse NGOs* verteilten in den ländlichen Gebieten große Geldsummen, ohne Beratung und Information über die hohen Zinsen und die Konsequenzen der Rückzahlung. Auch Einzelpersonen ohne Einbindung in eine Spargruppe erhielten Kredite ohne Vorbedingung. Das sprach sich schnell herum. Es war verführerisch, an Geld zu kommen ohne die Verpflichtungen in den Selbsthilfegruppen, die den Frauen ein hohes Engagement abverlangten. Einzelne Frauen verließen die Spargruppen und nahmen die vermeintlichen „Geschenke“ an.

Die Spargruppen-Bewegung wurde dadurch sehr geschwächt und es begann eine verhängnisvolle Entwicklung. Die grausamen Konsequenzen zeigten sich, als die Zinsen fällig wurden. Die Kredite waren häufig für den täglichen Bedarf, für Gesundheitskosten, Konsumgüter, etc. verbraucht worden. Die armen Dalits, die meist als Tagelöhner in der Landwirtschaft arbeiteten, konnten die Kredite nicht zurückzahlen. Kreditunternehmen schickten Geldeintreiber. Schuldner wurden brutal bedrängt, viele in den Selbstmord getrieben. Ranjan Babu berichtete, dass Schuldner geschlagen wurden, dass sie unter Hausarrest gestellt wurden oder unter dem Druck der Finanzinstitute aus Ihren Dörfern flohen. Frauen mussten sich prostituieren um Ihre Schulden zurück zu zahlen.

Die Regierung hat auf diese Eskalation reagiert und sehr strikte Gesetze bezüglich der Mikrokredite erlassen. Die Menschen wurden angewiesen, die Kredite nicht zurückzubezahlen. Die Vergabe von Mikrokrediten wurde beschränkt auf Bank-Institute mit speziellen staatlichen Genehmigungen. Davon war dann auch CARDS betroffen. Die Arbeit mit den Spargruppen musste eingestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren schon tragfähige Strukturen geschaffen worden. Viele Spargruppen konnten selbständig weiterarbeiten.

Ein Betrag von 107.760 € war in den verschiedenen Frauengruppen als Kleinkredite vergeben worden und verblieb bei den Spargruppen. Das Geld wird von den Frauen eigenständig verwaltet und als Mikrokredite weiter an Spargruppenmitglieder vergeben.

Spendengelder, die CARDS nicht mehr ausgeben konnte, wurden nach Vorschlägen der Mitgliederversammlung vom 20.03.2011 weiterhin im Sinne der Vision 2020 eingesetzt.

Der Spiegel schreibt am 28.11.2010
„Mikrokredit-Krise Wucherer treiben Tausende Inder in den Ruin“ von Hasnain Kazim
Es war eine große Idee, für die Muhammad Yunus sogar den Nobelpreis erhielt: Mittellose Menschen sollten mit Minikrediten zu Unternehmern werden. Doch jetzt droht dem Modell in Indien der Kollaps. Denn viele Arme gründen mit dem Geld keine Firmen - sie brauchen es fürs nackte Überleben.

Die FAZ schreibt am 22.11.2010
„Mikrokredite in Indien : Krise der Armen-Banken“ von Christoph Hein, Delhi
Die Armen leiden: In Indien ist eine Kleinstbanken-Krise ausgebrochen
Seit Jahren blähten sie ihr Geschäft auf. Dann griff der Staat ein. Nun können sich die Minibanken nicht mehr finanzieren. Börsengänge werden verschoben, Milliardäre warten auf ihre Rendite, und die Armen leiden.

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Frauenspargruppen und die "VISION 2020"

Geschrieben von Margit am . Veröffentlicht in Vision2020

In den Jahren 1994 - 2000 wurden unter der Leitung von Prof. Dr. P. Ranjan Babu und seiner Ehefrau Dr. Swarnalatha Devi in zahlreichen Dalit-Dörfern Feldstudien durchgeführt. Die Analyse der dort herrschenden Probleme führte zu einer Festlegung von Zielen, die zu einer langfristigen Verbesserung der vorgefundenen Situationen beitragen sollten - die Ziele der „Vision 2020“.

1999 - 2010 - Das Kleinkreditprogramm der "Vision 2020"

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 05.12.1999 stellte Prof. Dr. P. Ranjan Babu dem Verein das Konzept des Kleinkreditprogramms (Thrift- Programme) und der „Vision 2020“ vor. Zentraler Bestandteil war das Kleinkreditprogramm für Frauen, die sich in Spargruppen (Thriftgroups) organisieren.

Bis zum Jahr 2020 sollte durch ein nachhaltiges Programm zur Schaffung eines Grundeinkommens eine Entwicklung in Gang gesetzt werden, die die wirtschaftliche Situation von Dalit-Familien verbessert. 42.420 Dalit-Frauen in 420 Dörfern sollten in die Lage versetzt werden, sich z.B. durch den Kauf einer Wasserbüffelkuh oder die Eröffnung eines kleinen Geschäftes eine Lebensgrundlage zu schaffen.

Die Mitgliederversammlung beschloss die Überweisung von 404.000 DM für die Verwirklichung des Kleinkreditprogramms. Einmalig in der Vereinsgeschichte wurden dafür auch Kredite aufgenommen, Privatkredite von Vereinsmitgliedern und ein Bankkredit. Bereits Ende 2002 konnten alle Kredite zurückgezahlt werden.

In Anwesenheit einer Besuchsgruppe von Vereinsmitgliedern bei CARDS in Indien erfolgte der offizielle Startschuss für die „Vision 2020“ am 15. Januar 2000.

Spendenkampagne - 100 € für den Kauf einer Wasserbüffelkuh

Von unseren Spender*innen wurden 2020 x 200 DM (100 €) für Wasserbüffelkühe als Startkapital für eine Dalit-Frau gespendet. Die Wasserbüffelkuh stand als ein Beispiel für die unterschiedlichen Möglichkeiten, die von den Frauen als ganz eigenes Projekt zur Schaffung eines Einkommens gewählt wurden.

Wie funktioniert eine Spargruppe?

Auswertung der "Vision 2020"

Begegnung mit Spargruppen: "Ein Tag in Pinelli", "No limitation for development"

Das Ende des Kleinkreditprogramms bei CARDS – Kleinkredite in Verantwortung der Spargruppen

Bildung als Grundlage zur Überwindung der Armut

Geschrieben von Margit am . Veröffentlicht in Vision2020

Die Verknüpfung von Bildung, Kultur und sozialem Engagement an den Colleges motiviert die Studentinnen und Studenten ihre persönliche Entwicklung voranzutreiben. Darüber hinaus werden sie ermutigt, in ihren Heimatdörfern als Multiplikatoren für eine Entwicklung der Dörfer z.B. in den Bereichen Bildung, med. Aufklärung, Information über Hilfsprogramme u.ä. zu fungieren.

  • Bildung im Sinne von Allgemeinwissen und als Berufsvorbereitung wird erweitert durch die Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhängen.
  • Der Aufbau einer kulturellen Identität stärkt Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl und dient mit Theaterszenen, Liedern und Tanz als Medium zur Verbreitung von Informationen.
  • Soziales Engagement der Student*innen zur Förderung einer gesellschaftlichen Entwicklung in den Dörfern und Wohngebieten der Dalits.

Zu den CARDS-Colleges

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Bala-Bata-Förderschulen Chance für die Kinder der Dalits

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