Liebe Mitglieder von RANDI, liebe Gäste von CARDS und liebe Gäste des Festabends!
Es ist mir eine große Freude und Ehre heute Abend hier stehen und mit euch das 40.-jährige Bestehen des Vereins RANDI feiern zu dürfen. Ich kann es manchmal selbst gar nicht glauben, dass es bereits 40 Jahre her ist, dass ich zum ersten Mal in Indien war, unsere Partnerorganisation CARDS kennenlernen und bei der Gründung des Vereins „Partnerschaft in der Einen Welt - Hilfe zur Selbsthilfe“ im selben Jahr dabei sein durfte.
Kaum Abitur gemacht, ging es für mich und meine Reisepartnerin Bettina Vossbeck auf eine abenteuerliche Reise nach Guntur zu CARDS als eine der ersten Freiwilligen. Ich habe dieses Frühjahr meine 250 Dias von dieser Reise digitalisieren lassen, um sie auch zukünftig noch anschauen zu können und es war ein wunderschönes Eintauchen in meine eigene Vergangenheit. Zuerst waren wir bei P. Ranjan Babus Familie in Guntur untergebracht, zum „Akklimatisieren“ hieß es damals und danach verbrachte ich einige Wochen im damals noch sehr ländlichen zwischen Feldern gelegenen Rural Christian Junior College (RCJC) in Phirangipuram. Hier begann für mich nach dem theoretischen Lernen in der Schule in Deutschland im Rückblick die wirkliche „Schule des Lebens“.
Noch vor kurzem konnte ich meiner Familie beim „Dia-Abend“ mit einem Leuchten in den Augen von den vielen Erlebnissen mit den Menschen und den tiefen Eindrücken, die das Leben der Dalits und die Hilfe zur Selbsthilfe-Projekte von CARDS auf mich gemacht hatten, erzählen. Ich kann wirklich sagen, dass ich als anderer Mensch aus Indien zurückkam. Ich hatte, wie man so schön sagt, über den Tellerrand geschaut, hatte meine wohlbehütete Blase verlassen und mich auf eine völlig andere Kultur eingelassen. Ich war Beobachterin und musste mich mit meinen neuen Erfahrungen auseinandersetzen. Das hat mich geprägt und dazu geführt, dass ich als Gründungsmitglied des Vereins „Partnerschaft in der Einen Welt – Hilfe zur Selbsthilfe“ im Jahr 1986 von Anfang an dabei war und von 2003-2021 den Verein dann mit neuem Namen RANDI mit großer Leidenschaft als 1. Vorsitzende geleitet habe.
CARDS und RANDI waren besonders in dieser Zeit meine zweite Familie und es war mir ein persönliches Anliegen, die Partnerschaft der beiden Organisationen auf Augenhöhe und in Teamarbeit zu pflegen und die Situation der Dalits hier in Deutschland bekannt zu machen. Das der Schwerpunkt meiner Arbeit in dieser Zeit bei den Schulprojekten und den Schulpartnerschaften lag, hatte natürlich auch damit zu tun, dass meine Tochter Kindergartenkind und später Schülerin war. So haben wir oft gemeinsam Indien-Projekttage oder Besuche der Kulturgruppen an Schulen erlebt. Ein Höhepunkt für mich persönlich war dann auch der Moment, als ich 2016 mit meiner Tochter nach Indien gereist bin, damit auch sie die Projekte und Menschen bei CARDS näher kennenlernen konnte.
2021 musste ich mich aus persönlichen Gründen aus der aktiven Arbeit bei RANDI zurückziehen, das war schmerzlich und die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen.
Umso mehr freue ich mich von Herzen, dass wir heute auf 40 Jahre RANDI und 40 Jahre Partnerschaft mit CARDS zurückblicken können.
Ich möchte dir, lieber Dieter, und dir, liebe Ria, und dem Vorstands-Team von RANDI danken, für die vielen gemeinsamen Jahre im Vorstand und eure tolle Arbeit für die Sache der Dalits. Und ich möchte der CARDS-Familie, insbesondere Frank und Chitti danken für Ihre Gastfreundschaft, die ich als junge Frau bei CARDS erleben durfte und die lange Freundschaft, die mich mit der CARDS-Familie verbindet.
Ich wünsche CARDS und RANDI für die Zukunft weiterhin eine erfolgreiche und freundschaftliche Zusammenarbeit und viele Projekte als Hilfe zur Selbsthilfe für die Verbesserung der Situation der Dalits in Indien.
Vandanalu!







